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Was ist der Martin-Schulz-Effekt?

Frage von Enky | 04.04.2017 um 23:27 Uhr

In den Medien hört man in diesen Tagen immer öfter von einem Martin-Schulz-Effekt. Manchmal ist auch nur von einem Schulz-Effekt die Rede.

Was das eigentlich genau sein soll, wird leider nichts dazu gesagt. Zumindest habe ich in den Berichten, die ich bisher gesehen habe, noch keine Erklärung gefunden. Kann mir jemand sagen was dieser Schulzeffekt sein soll und wer dieser Martin Schulz überhaupt ist?

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Ernst Egon

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7 Stimmen

Wenn die Medien von dem so genannten Martin-Schulz-Effekt reden, meinen sie damit, dass die SPD, deren Umfragewerte über die letzten Jahre immer weiter gesunken sind, wieder etwas im Aufwind ist, seitdem der Kanzlerkandidat Martin Schulz aufgestellt wurde.

Das Problem dabei ist, dass die Medien fast zeitgleich mit Aufstellung von Martin Schulz über diesen "Effekt" berichtet haben. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem viele normale Bürger noch nie etwas von einem Martin Schulz gehört hatten. Meiner Meinung nach versuchen die Medien hier einen künstlichen Hype auszulösen, der sich teilweise auch in gestiegenen Umfragewerten widerspiegelt. Wenn man den Leuten oft genug erzählt, dass die SPD wieder im Aufwind ist, glauben manche es tatsächlich und beantworten die Umfragen entsprechend. Gerade in den öffentlich-rechtlichen Medien gab es anfangs keinen Tag, an dem nicht über diesen wahnsinnigen "Effekt" berichtet wurde, der angeblich ganz Deutschland mitreißt. Hinzu kommt, dass gerade unter SPD-Anhängern Martin Schulz eine gewisse Hoffnung ausgelöst hat, nachdem eine Ewigkeit lang unklar war, wer und ob überhaupt jemand den Kanzler machen möchte.

Martin Schulz scheint in seinem Wahlkampf offenbar hauptsächlich auf diese sich selbst erfüllende Prophezeiung zu setzen. Ansonsten besticht er haup in erster Linie tsächlich dadurch, möglichst schwammig zu bleiben und wenig konkretes zu sagen. Eins seiner schwammigen Lieblingsthemen in diesem Zusammenhang ist, dass er mehr Gerechtigkeit wünscht. Was das genau heißen soll, sagt er nicht. Vielleicht weiß er, dass jeder Mensch unter diesem Begriff etwas anderes versteht und der Zauber schnell verloren gehen kann, wenn es hier konkret wird. Vielleicht fürchtete er sich aber auch generell vor Konkretem. Schließlich hat Martin Schulz in einem seiner wenigen Momente, in denen er konkret wurde, gleich einen großen Fehler gemacht: Obwohl laut statistischen Bundesamt 2015 lediglich 18 Prozent der Arbeitsverträge der 25 bis 35 jährigen befristet waren, behauptete Martin Schulz es seien 40 Prozent, also mehr als doppelt so viel! Obwohl die Medien derartige Aussagen in anderen Zusammenhängen als Fake-News bezeichnen und andere Politiker schon wegen ganz anderen Dingen abgesägt wurden, wurde Martin Schulz an dieser Stelle verziehen. Man kann gespannt sein, wie lange diese Taktik noch funktioniert.
05.04.2017 um 10:50 Uhr

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Interest

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An der Realität konnte sich der Martin-Schulz-Effekt bislang übrigens noch nicht messen. Im Saarland fand die erste Wahl nach Verkündigung der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz statt.

Theoretisch hätte sich in diesem Wahlergebnis der so genannte Schulz-Effekt zeigen müssen, wenn das gesamte Land wirklich so begeistert von Schulz ist, wie die Medien als einem weismachen wollen.

Die SPD holte im Saarland aber lediglich 17 Prozent der Stimmen und damit genauso viele Stimmen wie bei der Wahl zuvor. An vergangene Erfolge im Saarland, wo die SPD um die 30 Prozent holen konnte, konnte die SPD also trotz "Schulz-Effekt" nicht anknüpfen.
07.04.2017 um 13:27 Uhr

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Herr Lohmann

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22 Stimmen

Gestern war die Wahl in Schleswig-Holstein und damit die nächste Probe ob der Martin-Schulz Effekt tatsächlich existiert oder nur eine Erfindung von SPD-Sympathisanten ist.

Und siehe da: Nur noch 27,2 % für die SPD - über 3 % schlechter als bei der letzten Wahl und weit entfernt von vergangenen Wahlergebnissen von über 50 % die die SPD noch vor einigen Jahren in Schleswig-Holstein erreicht hatte!

Also wieder kein Schulz-Effekt, inzwischen berichten sogar die ersten Medien davon dass der Schulz-Effekt verpufft sei. Aber wieso sollte man auch jemanden wählen, der von Gerechtigkeit spricht, aber unter Gerechtigkeit offenbar solche Dinge versteht wie zum Beispiel Kollegen auf eine dauerhaft bezahlte Dienstreise in den eigenen Heimatort zu schicken?
08.05.2017 um 12:04 Uhr

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Herr Lohmann

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11 Stimme

Für mich bedeutet der Martin-Schulz-Effekt immer mehr, dass die SPD ihren Abwärtstrend noch schneller fortsetzt und beschleunigt, als er ohnehin schon vor Martin Schulz war.

Aus diesem Grund habe ich auch mit Interesse auf die Wahlergebnisse in Nordrhein-Westfalen gewartet. Die Wahl in Nordrhein-Westfalen ist schließlich nach den Wahlniederlagen im Saarland und in Schleswig-Holstein die dritte Probe, ob der Schulz-Effekt in der Realität funktioniert.

Für mich bedeutet der Martin-Schulz-Effekt immer mehr, dass die SPD ihren Abwärtstrend noch schneller fortsetzt und beschleunigt, als er ohnehin schon vor Martin Schulz war.

Aus diesem Grund habe ich auch mit Interesse auf die Wahlergebnisse in Nordrhein-Westfalen gewartet. Die Wahl in Nordrhein-Westfalen ist schließlich nach den Wahlniederlagen im Saarland und in Schleswig-Holstein die dritte Probe, ob der Schulz-Effekt in der Realität funktioniert.

Gestern war die Wahl - und siehe da: Wieder kein Schulz-Effekt! Stattdessen hat die SPD sogar 7,9 Prozentpunkte gegenüber der letzten Wahl verloren und mit 31,2 % der Stimmen das schlechteste Ergebnis in NRW seit dem Zweiten Weltkrieg eingefahren. Das muss man erst einmal schaffen! Vor allem in Nordrhein-Westfalen, wo die SPD seit 1966 durchgehend mit der Ausnahme von lediglich drei Wahlperioden (1970 / 1975 / 2005) an der Macht war!
15.05.2017 um 13:49 Uhr

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Laura89

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Bei uns auf der Arbeit sprechen alle nur noch vom "Schulz-Defekt". Das ist schon richtig zu einem Running-Gag geworden für alles was schief läuft oder mit der Zeit immer schlechter wird.

Viele warten schon regelrecht auf die nächste Schlappe und wollen der erste sein der den nächsten Fauxpas entdeckt.
18.05.2017 um 18:53 Uhr

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Jetzt haben sie doch tatsächlich den Konterfei vom Schulz direkt schräg gegenüber von meinem Haus als Wahlplakat aufgehängt!

Ich hätte ganz ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet, dass sich die SPD das wirklich nach dem was passiert ist noch traut! Ich hätte gewettet, die ziehen noch einen anderen Kandidaten aus der Tüte.
13.08.2017 um 15:21 Uhr

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Cleopatra

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Okay Leute, die Bundestagswahl ist gelaufen und die SPD hat mit 20,5 % der Stimmen ihr schlechtestes Ergebnis seit allen Zeiten geholt! Ich denke das wars nun endgültig mit der Ära-Schulz und den Schulz-Effekt-Fantasien.

Wobei ich persönlich wirklich sagen muss, dass ich Martin Schulz für einen sehr schlechten Verlierer halte. Er hat sich ja sofort in die Opposition zurückgezogen und alle anderen Parteien alleine gelassen, dabei würde es locker für eine Weiterführung der großen Koalition reichen. Das finde ich wirklich feige! Es ist fast so, als ob er sich nun an den Spielfeldrand stellen möchte, nur um abzuwarten, bis die anderen scheitern.

Höchst interessant war auch diese sogenannte "Elefantenrunde" wo der übermütige Schulz wie ein kleiner Schuljunge von Christian Lindner zurechtgewiesen wurde, da er sich gerade um "Kopf und Kragen" rede. Danach war Schulz zwar gebremst, es lohnt sich aber dennoch diese Sendung in der Mediathek noch einmal anzusehen.
26.09.2017 um 15:38 Uhr

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