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Wie könnten seelische Schmerzen überwunden werden, die davon kommen, dass die Eltern emotionskalt sind?

Frage von Divers | 14.05.2021 um 19:02

Hallo.

Leider sind meine beiden Eltern zwei auf die ich mich nie habe emotional verlassen können. Die geben zwar manchmal Schenkungen und sind so vom Typ "Wenn du was brauchst sag bescheid", aber irgendetwas fehlt halt.

Ich konnte mich bei denen nie geliebt fühlen. Wenn meine Mutter Sachen bringt, dann geht, bekomme ich ein schweres Gefühl im Bauch-Brustbereich. Mir wird zum Heulen und manchen wehleidigen Tagen (Periode sehr) dann heule ich vllt. auch drüber, dass ich nie jemand hatte, nie ein Zuhause und mit den normalen Werten wie 'Familie', 'Partner"', 'Beruf' usw. kann ich nichts anfangen. Ich stehe dann manchmal für mich in meiner Wohnung und denke mir, es bleibt immer nur der Suizid für mich.

Dass ich überhaupt noch lebe, liegt nur daran, dass ich Angst habe, es geht etwas schief. Ich meine bei dem Glück was ich habe, ist das auch nicht abwegig.

Ich dachte mir, weil ich sonst nichts mit meinem Leben anfangen kann, dass ich eine FzM Transition mache. Es gibt auch schon Fortschritte dazu.

Manchmal fühle ich mich damit nicht wohl. Ich finde es scheiße, dass ich so wie ich bin nicht akzeptiert werde.

Im Internet habe ich Beiträge gefunden, darin stand, das ein FzM Transsexueller sich in Niederlanden oder Belgien, wegen seelischer Leiden hat einschläfern lassen bzw. ihm oder ihr aktive Sterbehilfe genehmigt wurde. Und Ursache dieser seelischen Leiden seien u. a. gewesen, keine Elternliebe (bes. fehlende Mutterliebe) und Unzufriedenheit mit dem gegengeschlechtlichen Ergebnis.

Ich leide auch seit Jahren und wollte schon mit ca. 10 gar nicht mehr leben. Damals hauptsächlich, weil eine Klassenkameradin mich nicht mochte, wie einen Jungen, in einer höheren Klasse. Ich habe mir dann - noch von Gott damals - gewünscht, dieser Junge zu sein oder Tod. Nichts davon ist bislang eingetreten. Ich habe nur aufgehört an Gott zu glauben, informierte mich mit ca. 14 zum Buddhismus, dann schopenhauerianischer Metaethik. Mit 23 trat ich aus der Kirche aus.

Ich denke mal, eigentlich kann ich null damit umgehen, dass mich wirklich keine Sau mag. Ich finde es sehr schlimm, dass ich existieren muss - daran wird sich auch zu 100% nichts ändern - und habe halt über die Jahre Gründe angehäuft, wieso ich lieber nicht geboren wäre bzw. bald friedlich sterben möchte.

Manchmal ärgert mich, dass diese Gründe zu haben, wohl von mir erwartet werden. Als eine Art Rechtfertigungspflicht empfinde ich das. Bei Klapsmühlenklemptern wurde ich auch gefragt warum.

Ich würde am liebsten sagen: Weil es mein Wille ist!

Und sonst nichts. Manchmal finde ich also, dass die "Nicht-geboren-seins" Gründe, eig. unnötig sind. Es sollte allein darum gehen, dass ich nicht will - das soll keine Rechtfertigungen d. h. Gründe brauchen.

Ich will mich nicht erklären müssen, sondern will verstanden werden. Werde ich aber nie. Irgendwie bin ich nur das Alien - haben sogar mal Klassenkameraden hinter meinem Rücken gesagt, nur da ging es um mein Aussehen.

Übrigens will ich keine "Therapie".   Ich bin antipsychiatrisch. Mit mir ist nichts falsch, aber fast alles ist falsch, in diesem Planeten.

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Das sind jetzt natürlich viele Punkte auf einmal und da ist es schwierig, eine allumfassende Antwort zu geben.

Daher möchte ich mit einem Punkt beginnen, bei dem ich sagen würde, dass du da schon in die richtige Richtung unterwegs bist.

Ich meine deine Aussage, dass es dich manchmal ärgert, diese Gründe zu suchen. Ich glaube nämlich nicht, dass es besonders hilfreich ist, sich immer weiter in diese Geschichte hinein zu steigern, ein anderer sein zu wollen, anders sein zu wollen, das Leben beenden zu wollen, der gesamten Welt die Schuld zu geben, alles sinnlos zu finden und so weiter.

Eigentlich sind das alles nur Dinge, die dich von dir selbst ablenken und wie eine Entschuldigung dafür wirken, sich nicht wirklich um sich selbst zu kümmern. Du kannst dich immer dahinter verstecken, dass du eigentlich sowieso jemand anderes sein möchtest und normalerweise gar nicht auf der Welt wärst und so weiter, diese Ausreden sind so stark, dass sie komplett verhindern, dass du wirkliche psychische Fortschritte machen kannst. Also da sehe ich dich definitiv auf dem richtigen Weg!
16.05.2021 um 18:10

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