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Muss man unbezahlte Überstunden hinnehmen?

Frage von Gast | 25.03.2012 um 20:15 Uhr

Ich möchte in diesem Post weder meinen Namen noch den Namen meiner Firma nennen. Ich hoffe das ist in Ordnung.

Zu meiner Geschichte: Ich arbeite seit etwa 4 Monaten in einer Firma und ich habe mich als ich anfing wirklich auf den Job gefreut. Mein Chef sagte mir damals, dass die Arbeitszeit in dieser Firma absolut flexible gehandhabt wird. Wenn mal etwas mehr zu tun ist, bleibt man länger und wenn mal nichts zu tun ist, kann man früher nach hause gehen.

Mit der Begründung, dass dies zu viel Verwaltungsaufwand wäre, wurde mir gesagt, dass es in der Firma kein Arbeitszeitkonto gibt, schließlich würden sich die Überstunden ja mit der Zeit ausgleichen, die man früher gehen kann.

Ich war damals begeistert und freute mich schon darauf manchmal früher gehen zu können, um in der Stadt bummeln zu gehen und Dinge zu erledigen, dafür wollte ich die von Zeit zu Zeit anfallenden Überstunden gerne in Kauf nehmen.

Doch dann kam alles anders. Von der ersten Woche an bis jetzt durfte ich nicht einmal früher gehen! Es kam ein wichtiger Auftrag nach dem anderen und die anderen Mitarbeiter schienen allesamt Workaholics zu sein, die kein Problem damit hatten auch am Wochenende und an Feiertagen in der Firma aufzutauchen und E-Mails zu beantworten.

Als ich das erste Wochenende zuhause blieb, sah man mich schon schief an. Offenbar hatte es so etwas in der Firma schon lange nicht mehr gegeben. Danach hatte ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich alle Aufgaben, die mir zugetragen wurde, auch bearbeitete.

Aber ich merke, dass es mich zunehmend mehr belastet. Wenn ich dann doch mal zuhause bin, denke ich nur über die Arbeit nach und versuche die Probleme zu lösen, dass ich direkt am nächsten Tag starten kann. Wirkliche Freizeit habe ich fast gar nicht mehr.

Nun frage ich mich natürlich: Ist das normal? Stelle ich mich nur an? Oder was kann ich überhaupt machen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das alles in einem Gespräch mit dem Chef anzusprechen. Er war doch am Anfang so nett und vielleicht wird es ja auch wieder besser...

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Herr Lohmann

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Sehr viele meiner Bekannten Arbeiten auf eine ähnliche Weise, wie du beschrieben hast. So ist das Berufsleben nun mal heutzutage leider, auch wenn darüber zu sprechen immer noch ein Tabuthema ist. Man will ja nicht blöd dastehen vor seinen Kollegen oder Freunden, die vielleicht noch mehr arbeiten und sich auch nicht beklagen.

Du hast eh nur zwei Möglichkeiten: Entweder du kündigst oder du passt dich an. In einem solchen Arbeitsklima wirst du untergehen, wenn du das nicht machst, Arbeitsverträge und Gesetze hin und her. In der Realität gelten nun mal andere Regeln.
27.03.2012 um 16:32 Uhr

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Consumer

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Gesetzlich erlaubt ist das was du beschreibst nicht. Ein Arbeitsvertrag, in dem steht dass Überstunden nicht bezahlt oder vergütet werden, ist gesetzlich nicht zulässig und du könntest dagegen klagen.

Wie mein Vorredner aber schon gesagt hast: Du wirst das Betriebsklima nicht ändern können und eine Klage gegen den eigenen Arbeitgeber wird das Klima auch nicht verbessern, Stichwort Mobbing und Co.

Daher würde ich dir auch empfehlen, dich einfach nach einem anderen Job umzusehen, denn es kann ja fast nur besser werden.
28.03.2012 um 21:05 Uhr

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Ehemalige

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Du sprichst mir aus der Seele und ich kann dir nur eins empfehlen: Kündige lieber heute als morgen! Ich habe damals genau das durchgemacht, was du gerade beschreibst! Ich war immer für meine Firma da, habe alles gemacht, was man mir aufgetragen hat! 7 unendliche, verdammte Jahre lang!

Und was habe ich nun davon? Mit Burn-Out und Herzrasen fing alles an. Ich dachte, das bin nicht mehr ich! Schließlich musste ich nach dem ersten Herzinfarkt die Notbremse ziehen! Und das in einem Alter von 37!

Und denke ja nicht, dass ich mich davon schon erholt hätte! Das was ich durchgemacht habe und durchmachen muss, wünsche ich nicht meinem schlimmsten Feind!

Achja, was mich auch verletzt hat: Nicht einer meiner früheren Arbeitskollegen oder mein Chef hat mich besucht als ich im Krankenhaus lag. Vielmehr wurde ich direkt durch einen anderen Mitarbeiter ersetzt! Sofort. Schließlich gibt es genug Idioten, die genau das mitmachen, weil Sie es vielleicht auch noch toll finden!
29.03.2012 um 03:07 Uhr

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Hungry Vision

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Wenn du es dir irgendwie erlauben kannst, kündige! Ich kann mich all den anderen Antworten nur anschließen: Mache so eine Ausbeutung nicht mit! Das kann nur schief gehen!

Das Problem ist nur, dass sich viele nicht erlauben können, Ihren Job aufzugeben (Alleinverdiener, Haus muss abbezahlt werden, Schulden etc). Und genau diese Leute sind darauf angewiesen, alles mitzumachen, was der Chef verlangt! Sie müssen dankbar sein, nicht ersetzt zu werden. Wie kaputt ist die Welt?
31.03.2012 um 18:25 Uhr

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