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Knoblauch: Warum riecht man so schlimm nach dem Verzehr?

Frage von Gast | 25.05.2017 um 17:25 Uhr

Warum riecht man eigentlich so schlimm nach dem Knoblauchverzehr?

Leute mal ganz ehrlich jetzt. Ich liebe alles was mit Knoblauch zu tun hat und für mich gehört in jedes Essen eine Knolle mindestens. Ich rieche das schon mittlerweile gar nicht mehr. Wenn Besuch kommt dann sagen die schon immer alle: Na wieder Knoblauchpfanne gehabt? Haha ja was soll ich sagen, es schmeckt mir einfach so sehr!

Aber nun zu meiner Frage. Warum riecht man nach Knoblauch, wenn man welchen gegessen hat? Und warum nimmt man Knoblauchgeruch bei anderen nicht mehr wahr, wenn man selbst welchen gegessen hat?

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Schwester Marion

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Wieso man die Knoblauch-Ausdünstungen eines anderen Menschen nicht wahrnimmt, wenn man selber Knoblauch gegessen hat, liegt an einer Eigenart unserer Nase:

Die menschliche Nase nimmt Gerüche nur für etwa 20 Sekunden mit ihrer vollen Intensität wahr. Danach gewöhnt man sich an den Geruch und irgendwann blendet unser Gehirn ihn sogar vollständig aus (solange er sich nicht verändert oder schlimmer wird). Hat man nun selber Knoblauch gegessen, hat man sich bereits an den Geruch gewöhnt und riecht ihn sowohl bei anderen als auch bei sich selber nicht mehr.

Die Fähigkeit anhaltende Gerüche auszugleichen gilt übrigens nicht nur für Knoblauch. So ist zum Beispiel zu erklären, dass Menschen, die in einer muffigen Wohnung wohnen selber davon nichts mitbekommen oder dass man sein eigenes Parfüm oder Waschmittel irgendwann nicht mehr riecht.
27.05.2017 um 19:30 Uhr

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Schlaumayer

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Der typische Geruch von Knoblauch entsteht durch eine chemische Reaktion zweier Stoffe, die im Knoblauch enthalten sind: die schwefelhaltige Aminosäure Alliin sowie das Alliin-spaltende Enzym Alliinase.

Beide Stoffe haben zunächst von sich aus keinen Eigengeruch. Sobald die Knoblauchzehe allerdings beschädigt wird - zum Beispiel weil man sie zerschneidet oder sie zerkaut - kommen die beiden Inhaltsstoffe zusammen und die chemische Kettenreaktion geht los. Das Enzym Alliinase spaltet die Aminosäure Alliin und es entsteht Allicin.

Allicin ist eine Verbindung, die allerdings nicht stabil ist. Dadurch wandelt sie sich recht schnell in andere Schwefelverbindungen um, zum Beispiel in Di- und Trisulfide. Und dadurch entsteht der typische Geruch von Knoblauch.
29.05.2017 um 10:20 Uhr

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Madame Genuss

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Übrigens entfaltet der Knoblauch über verschiedene Wege seinen Duft.

Zunächst gelangt der Knoblauch natürlich in den Magen, von wo aus sich die ersten Gerüchte über die Speiseröhre ankündigen.

Anschließend gelangen der Knoblauch beziehungsweise die oben erwähnten Schwefelverbindungen in den Darm zu weiteren Verdauung. Von hier aus können die Verbindungen in den Blutkreislauf und damit in die Lungenbläschen gelangen. Das bewirkt die typische Knoblauchfahne.

Als ob das noch nicht genug wäre, kann der Knoblauchgeruch zuletzt sogar beim Schwitzen über die Haut abgegeben werden.
31.05.2017 um 18:46 Uhr

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