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Wieso klagt man über Gehälter von Managern aber nicht über die Spitzengehälter von Fußballern?

Frage von Flying Arts | 13.08.2013 um 13:16 Uhr

Lionel Messi soll 33 Millionen Euro verdienen, David Beckham 31 Millionen Euro, Cristiano Ronaldo 29 Millionen, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger jeweils 14 Millionen Euro und selbst Franck Ribéry kommt noch auf knapp 12 Millionen im Jahr!

Bezahlt werden diese Millionen unter anderem von dem kleinen armen Mann, der im Stadion steht, selber froh ist, wenn er am Ende des Monats noch wenigstens etwas Geld in der Tasche hat und der für seine Eintrittskarte unter Umständen sehr lange gespart hat. Diesen kleinen armen Mann, der in den Rängen des Fußballstadions steht und den Spitzenverdienern beim Geldscheißen zu jubelt, trifft man oftmals nach dem Spiel in einer Kneipe an. Dort wird man von ihm oft ein und dieselbe Meinung zum Thema Managergehälter hören: "Manager verdienen zu viel!", "Es ist nicht gerechtfertigt, dass einer alleine so viel Geld für seine Arbeit bekommt.", "Die Politik sollte etwas dagegen tun und die Gehälter für Manager begrenzen." oder "So viel Geld kann keine Arbeit wert sein!"

Wie sehen diese kritisierten Manager-Gehälter aber nun im Vergleich zu den Gehältern der Fußballer aus? Der deutsche Manager, der 2012 am meisten verdiente soll Martin Winterkorn (VW) mit 16,6 Millionen Euro sein. Auf Platz zwei folgt Dieter Zetsche (Daimler) mit nur noch 8,3 Millionen Euro gefolgt von Peter Löscher (Siemens) mit 7,8 Millionen. Die anderen Gehälter der Top-Manager der deutschen DAX-Konzerne bewegen sich zwischen 7 und 1 Millionen Euro jährlich.

Diesen Werten nach zu urteilen verdienen die Profi-Fußballer in den meisten Fällen deutlich mehr als die Top-Manager. Trotzdem sind niemals die Fußballer in der Kritik, sondern nur die Manager!

Schauen wir uns an, was Fußballer und Manager für ihr Geld tun. Von den richtigen Entscheidungen eines Top-Managers hängt ab, ob eine Firma pleite geht oder Gewinn macht und daraus resultiert wie es den Arbeitnehmern geht. Ein Konzern wie die Volkswagen AG trägt die Verantwortung für über 500.000 Mitarbeiter, noch nicht eingerechnet die entsprechenden Jobs, die an den Zulieferern hängen. Falsche Entscheidungen des Managements würden dazu führen, dass unter Umständen viele dieser Mitarbeiter ihren Job verlieren würden.

Fußball hingegen ist heutzutage reiner Kommerz und hat nichts mehr mit dem romantischen Spiel von früher zu tun. Im Hintergrund hockt eine Armee von Analysten die genau die Strategie der gegnerischen Mannschaft auseinander nimmt, analysiert und daraus einen Plan schmiedet, was der einzelne Spieler zu tun hat. Der einzelne Spieler hat da kaum noch einen Entscheidungsspielraum und muss einfach nur noch ausführen. Der einzelne Spieler steht zwar bei den Fans für die Mannschaft, aber viel Mitspracherecht hat dieser Spieler nicht. Die Entscheidungen treffen andere. Ist das die Millionen wert?

Aus diesen Überlegungen heraus frage ich mich, wieso man den Spielern die in meinen Augen nicht gerechtfertigten Gehälter gönnt und den Manager nicht. VW zum Beispiel hat 2012 einen Gewinn von rund 22 Milliarden Euro erwirtschaftet. Wieso gönnt man einem Manager, der dafür verantwortlich ist, dann nicht einmal ein vergleichsweise mickriges Gehalt in Höhe von 17 Millionen? Wieso jubeln gleichzeitig aber tausende Fans einem Messi zu, der doppelt soviel verdient, wie der bestverdienenste Manager Deutschland?

Der einzige Grund dafür, den ich mir vorstellen kann, ist dass sich der einfache Mann leichter mit einem Fußballer als mit einem Manager identifizieren kann oder einfach noch gar nicht über dieses Thema nachgedacht hat. Ich bin gerne an einer Diskussion interessiert. Schreibt einfach eure Meinung.

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