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Warum gibt es in Deutschland eine Buchpreisbindung?

Frage von Gast | 08.04.2013 um 09:15 Uhr

Der Bäcker darf den Preis seine Brötchen selber festlegen, der Autohändler den Preis seiner Autos, die er weiterverkauft und auch Kleidungshändler darf aus seinem Angebot Schnäppchen machen, wann er lustig ist.

Nur der Buchhändler darf dies alles nicht. In Deutschland gibt es nämlich das Buchpreisbindungsgesetz. Aber wieso das ganze? Wieso werden in Deutschland die Preise für Bücher einheitlich festgelegt? Das gibt es in keinem anderen Land und erlaubt es keinem Buchhändler Sonderpreise für seine Bücher einzuräumen.

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Flying Arts

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Die Preisbindung für Bücher soll das "Kulturgut Buch" in Deutschland erhalten und nicht unter die Gesetze der freien Marktwirtschaft stellen. Bücher sollen nicht denselben Stellenwert bekommen, wie ein anderes, frei handelbares Gut.

Die Verlage sollen fest mit einem bestimmten Betrag für ein Buch rechnen können, auch Bestseller sollen überall für den Höchstpreis verkauft werden. Das soll die kleineren und unbedeutenderen Bücher schützen. Der Bestseller soll quasi die anderen Bücher mitfinanzieren.

Zusätzlich soll dieses Gesetz dazu beitragen, kleine Buchhandlungen zu bewahren, die sich sonst in den Preiskampf mit dem Großen behaupten müssten. Dies soll gewährleisten, dass alle Menschen Zugang zu Büchern bekommen, auch wenn sie auf einem kleinen Dorf wohnen.

Ob das alles so zeitgemäß ist und ob es nicht noch andere schützenswerte Branchen geben müsste, steht natürlich auf einem anderen Blatt und ist Ansichtssache. Die Buchpreisbindung gibt es in Deutschland übrigens schon seit dem Kaiserreich.
08.04.2013 um 16:45 Uhr

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Die Buchpreisbindung soll kleine Verlage und Buchhandlungen schützen, die Vielfalt am Markt erhalten. In Ländern, in denen eine ähnliche Regelung abgeschafft wurde, ist folgendes passiert:

Für die Verlage lohnten sich eigentlich nur noch Bestseller, an anderen Büchern war gar nichts mehr zu verdienen. Aber auch was die Bestseller angeht, gab es unglaubliche Preiskämpfe, jeder Händler versuchte seine Konkurrenz zu unterbieten. Dies führte vor allem zum Aussterben von kleinen Buchhandlungen mit besonderen Sortimenten, Bücher verkommen zur Ständerware im Supermarkt neben Postkarten und Schreibwaren.
28.05.2013 um 05:41 Uhr

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