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McFit: Die neuen Cyberobics Kurse

Review von Sportskanone | 25.04.2016 um 20:48

Seit dem 18. April gehören die alten Spinning und Cybertraining-Kurse der Vergangenheit an. Zeit also für ein erstes Resümee.

Kursaufbau

Keine Zeiteinblendung. Bei den alten Kursen wurde die aktuelle Zeit permanent eingeblendet, jetzt nur noch alle 5 oder 10 Minuten für ein paar Sekunden, so dass man selbst dieses kurze Aufblitzen noch regelmäßig verpasst. Es fehlt so völlig die Orientierung wo man gerade steht. Viele haben zum Beispiel nicht den ganzen Kurs gemacht sondern haben auf die Kurszeit gesehen um zum Beispiel nach 10 oder 15 min aufzuhören. Das geht jetzt nicht mehr.

Keine Streckenprofile. Wie die Einblendung der Zeit fehlt auch die Einblendung der Streckenprofile oder des jeweiligen Kursabschnitts. Das earen früher willkommene Orientierungen um zu wissen wie man sich die Zeit einteilen konnte. Die jetzigen Kurse sind in dieser Hinsicht Blindflüge.

Wenige Erklärungen. Die alten Kurse zeichneten sich dadurch aus dass jede Bewegung genau erklärt und gezeigt wurde, teils mit den Einblendungen sogar aus mehreren Perspektiven. Jetzt stehen mehr die Landschaften als die richtigen Bewegungsabläufe im Vordergrund. Es wird selten etwas erklärt, übersetzt auf Deutsch noch seltener. Viele haben mit gesagt dass sie die Ausführung teilweise nur deswegen hinbekommen weil sie sich an die alten Erklärungen von Hannes und Claudia erinnern und ähnliche Bewegungen in den neuen Kursen wieder entdecken.

Kürzere Kurse. Früher gab es viele einstündige Kurse, heute sind die Kurse meist nur noch eine halbe Stunde lang.

Vielfalt

Kursauwahl. Die Auswahl an Kursen ist im Kursbereich vielfältig, nicht so aber im Spinningbereich. Es gibt den Typen im Aquarium, die schnelle Frau die nie schwitzt, die Valley Fahrt und die virtuelle Tour - das wars. Zumindest die virtuelle Fahrt ist mal eine neue Idee, der Rest einfallslos und gerade beim Spinning hätte man mehr draus machen müssen. Nur 6 verschiedene Kurse von denen de facto nur 4 unterschiedlich sind ist eindeutig zu wenig. Da war die Auswahl früher deutlich vielfältiger. Die neuen Kurse sind schon nach einer Woche langweilig weil sich alles nur wiederholt.

Keine Ausdauerkurse. Bei den alten Spinning-Kursen gab es genug Kurse für Leute die ihre Ausdauer trainieren wollten. Jetzt geht es nur noch schnell schnell schnell. Bis eventuell die Fahrt durch das Valley of Fire, Nevada ist für mich da nichts dabei. Und selbst dieser Kurs geht wie so viele andere Kurse nur eine halbe Stunde. Die einstündigen Kurse wurden massiv reduziert, was auch dem Trend gegen Ausdauer entspricht. Was fehlt ist ein Basic und ein Pro Ausdauerkurs mit einer Stunde Dauer, von denen es früher genug gab. Auch die Abwecheslung fehlt in vielen Kursen. Die Spinning-Kurse machen minutenlang dasselbe, früher wurden Jumps, Fahrten im Stehen und im Sitzen häufiger abgewechselt. Das hat mehr Spaß gemacht.

Zielgruppe

Nichts für alte Leute. In mein Studio gehen viele alten Leute, die früher gerne die Kurse mitgemacht haben. Jetzt verstehen sie kaum noch was zu tun ist, da die ganze Zeit Englisch gesprochen wird und nur ab und zu etwas übersetzt wird. Viele aus dieser Generation können einfach kein Englisch, da waren die alten Kurse besser, wo nur Deutsch gesprochen wurde. Ich habe schon viele ältere Menschen gesehen die frustriert den Kursraum verlassen haben da sie einfach nicht verstanden haben worum es geht.

Nichts für Anfänger. Ich hatte schon erwähnt wie schnell die Kurse sind. Da kommt ein Anfänger nicht mit. Gerade im Spinning-Bereich gibt es für Anfänger eigentlich keine Auswahl, die sogenannten Basic Kurse sind nicht so auf Anfänger angepasst wie die Kurse von Claudia es damals waren. Erklärungen gibt es kaum, hinzu kommt die Sprachproblematik. Die meisten Kurse sind daher höchstens etwas für Fortgeschrittene.

Das Drumherum

Landschaften. Beeindruckend sind die Landschaften und Hintergründe. Da kommt schnell ein Feeling auf das einen aus dem Alltag abholt und in eine andere Welt entführt. Abwechslungsreicher als die alten Kurse, die alle gleich aussahen.

Keine oder nur unzureichende Aufwärmphasen und Cool-Downs. Die alten Kurse haben sich durch ausgiebige Warm-Ups zum Aufwärmen und Cool-Downs zum Stretching und runter kommen ausgezeichnet. Das vermisse ich bei den neuen Kursen. Aufwärmen und Cool-Down wurde entweder komplett weg gelassen oder es wird nur halbherzig ein kleines bisschen gemacht - teils geht es sogar gleich abrupt von auf 100 los. Gut bei den alten Kursen fand ich die langen Phasen auch deshalb weil manch einer nur durch die Kurse mal kam sich überhaupt man zu stretchen, jetzt werden solche Leute es wohl ganz weg lassen. Oft sieht man in den Spinning Kurse auch heute noch Leute die die alten Übungen von Hannes nachmachen obwohl diese in den Videos gar nicht vorkommen. Was wenn sich irgendwann keiner mehr an Hannes erinnert?

Fazit

Das einzige was noch ist wie früher ist die Beschränkung der Kurszeiten auf die Zeiten zwischen 6 und 24 Uhr - eine Beschränkung über die ich mich schon immer geärgert habe. Wozu ist man schließlich bei McFit im Vergleich zu den vielen anderen Studios die nicht 24 Stunden geöffnet haben?

Ansonsten waren die Ideen meiner Ansicht nach gar nicht so schlecht, nur an der Umsetzung haperte es wie so oft. Die oben erwähnten Punkte sprechen da für sich. Hätte man da nicht wenigstens etwas von den alten Kursen lernen können?

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46 Stimmen

Ich geb dir absolut Recht! Aber eine Sache hast du noch vergessen. Dieses absolut nervige "Nice!" von dieser Miss ich schwitze nie Trice Johnson!

Ich bin auch Anfängerin und bin gerne die Kurse von Claudia damals gefahren. Die neuen sind mir viel zu schnell, Trice geht sofort ohne großes aufwärmen auf 180 Prozent! Da kommt niemand mit.

Der einzige Kurs der versprach für Anfänger geeignet zu sein ist der, der in der Werbung auf den Monitoren kam wo ein Mädel mit Hotpans geradelt ist. Aber dieser Kurs wird im Spinning Raum gar nicht angeboten!
26.04.2016 um 17:05

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33 Stimmen

Also ich hätte ja gut gefunden wenn die wenigstens ein paar der alten Kurse beibehalten hätten. Wieso mussten die denn radikal alles komplett umstellen?

Die hätten doch zur Hälfte die neuen machen können und zur andere Hälfte die alten. Oder wenigstens nachts wo jetzt gar keine Kurse mehr laufen noch die alten.

Ich würde auch mal wieder gerne einen Kurs bei Hannes machen. Irgendwie ist er mir ja doch schon ans Herz gewachsen, so viel Schweiß wie ich bei ihm gelassen hab...
27.04.2016 um 14:38

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11 Stimme

Also: Die neuen Kurse sollen den American Way of Fitness zeigen?!

Für mich ist das absoluter Schrott mit Effekthascherei. Konnte man früher noch in der sinnvollen Gestaltung der verschiedenen Kurse auswählen, so gibt es jetzt keinerlei Orientierungsmöglichkeiten und Erklärungen. Wie man sich nur einen solchen Blödsinn ausdenken und produzieren kann, ist mir ein Rätsel. Ich habe mir nun mein eigenes Spinningbike gekauft und trainiere jetzt lieber Zuhause mit sinnvollen Kursen. Jetzt nervt mich auch diese dämliche Fitnesstussi auch nicht mehr.
22.09.2016 um 15:25

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33 Stimmen

Die letzten 2 Winter habe ich mit Hannes überbrückt, womit ich bis auf einige wenige Details gut klar kam (standing mit 130er Trittfrequenz??? Anfänger im Raum???? Füße über die Pedalriemen ans Schwungrad gekoppelt??? Echt jetzt??).

Immerhin - nachdem ich anfangs dem Konzept Cybertraining eher skeptisch gegenüber stand, habe ich in vielen Wochen bis zu 10 Stunden mit Hannes verbracht und die Zeit ging erstaunlicherweise recht schnell rum.

Vorgestern bin ich zum ersten Mal auf das aktuelle Programm gestoßen. Erster Eindruck: Mehr oder weniger stylishe Optik.

Zweiter Eindruck: Was soll das denn? Keine zeitliche Orientierung, keine Vorausschau auf das, was noch kommt. Beat der Musik, Trittfrequenz des Trainers und "geforderte" Trittfrequenz haben nichts miteinander zu tun. Unklare, teils unverständliche Anweisungen (obwohl ich mein englisch nicht für so schlecht halte) Ergebnis: Jeder im Raum radelte irgendwie rum - jeder natürlich anders als die anderen und auch jeder anders als der "Trainer". Ist ja auch OK, aber dann kann man auch Musik und Trainer gleich weglassen und wenigstens die eigene hören, bei der der Beat zur angepeilten Trittfrequenz passt. Wie auf dem Laufbanfd halt. Ich halte mich nicht für einem musikalischen Menschen, aber permanent gegen den Rhytmus zu stampfen, fällt mir einfach schwer.

Fazit: Für mich ist das nur noch das zur Verfügung stellen schlecht gewarteter Bikes zu einem stylischen Hintergrund mit unpassender Musik. Mit Cybertraining hat das nichts mehr zu tun.

Schade - nun wird wohl der eigene Rollentrainer im Keller wieder aktiviert.

Dann bleibt auch gleich mehr Platz für Kids, die mittendrin lautstark reinkommen, 10 Minuten auf den nicht eingestellten Bock rumhampeln und dann geräuschvoll wieder einen Abgang machen - natürlich ohne irgend etwas sauber zu machen. Vielleicht sind auch dadurch viele der Bikes so verknarzt, daß man oft die Einstellschrauben nicht mehr aufbekommt :(((((
15.10.2016 um 13:31

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